Upgrades der Natur, künftige Körper: Interdisziplinäre und Internationale Perspektiven

17.-18.06.2016, Tagung, OI Istanbul

Die Möglichkeiten zur Manipulation des menschlichen Erbguts und Körpers, zur „Optimierung“ der Natur und zur Fremd- und Selbstgestaltung des Menschen entfalten sich rasant. Mithilfe neuer Verfahren werden beispielsweise Embryonen gentechnisch verändert und Depressionen über Hirnimplantate unterdrückt. Der als defizitär oder mängelbehaftet wahrgenommene biologische Körper erscheint zunächst in Zukunftsvisionen, zunehmend aber auch praktisch als Cyborg, als Ersatzteillager oder als Objekt technischer Aufrüstung. Die „Natur des Menschen“ wird durch gentechnische Eingriffsmöglichkeiten, Neuroprothesen, Chimären und andere technologische und medizinische Entwicklungen zunehmend in Frage gestellt.

Entstehen neue Vorstellungen vom Menschsein? Wie wird diese „schöne neue Welt“ des scheinbar beliebig manipulierbaren Menschen aus interkultureller Perspektive aussehen? Wie geht eine mehrheitlich muslimische Gesellschaft mit diesen Techniken der Körpermodifikation und mit anderen, z.T. auch stark futuristischen Modifikationsmöglichkeiten und Technologien um? Das Ziel der Tagung ist es, internationale, insbesondere deutschtürkische Perspektiven zu Upgrades der Natur und zum künftigen Körper in einem interdisziplinären Austausch zusammenzuführen. Die kulturellen, wirtschaftlichen und gesundheitspolitischen Unterschiede zwischen den beiden auf zahlreichen Gebieten eng verflochtenen Ländern Deutschland und Türkei erlauben es zudem, die „westliche“ dominierte Sichtweise des bisherigen Diskurses über Human Enhancement kritisch zu hinterfragen und den deutschtürkischen wissenschaftlichen Austausch zum Thema zu machen.

Konferenzsprachen sind Deutsch und Türkisch mit Simultanübersetzung.

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