Internationaler Workshop, organisiert in Kooperation mit dem Sonderforschungsbereich 933 der Deutschen Forschungsgemeinschaft "Materiale Textkulturen. Materialität und Präsenz des Geschriebenen in non-typographischen Gesellschaften", Universität Heidelberg.
Die Transformation der antiken Städtewelt Italiens seit dem 5. Jahrhundert ließ auch die urbane Inschriftenkultur nicht unberührt. Nachdem Inschriften im Frühmittelalter an Bedeutung als Medien der öffentlichen Kommunikation verloren hatten, setzte mit dem erneuten wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung seit dem 10. Jahrhundert eine Neubelebung der epigraphischen Praxis ein, die insbesondere in den neu entstehenden sozio-politischen Formationen der städtischen Kommunen zu beobachten ist. Dieser Transformationsprozess bildet den Hintergrund der Tagung, die das spezifische Wesen der kommunalen epigraphischen Kultur näher beleuchtet, indem sie nach Brüchen, Traditionen und dem Verhältnis zu vorangegangenen Inschriftenkulturen fragt. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Frage gerichtet sein, wie man sich mit den noch präsenten oder wieder aufgefundenen inschriftlichen Zeugnissen der Vergangenheit auseinandergesetzt hat und welchen Einfluss diese auf die neu entstehenden Inschriften gehabt haben. Die Analyse und Interpretation dieses komplexen Verhältnisses von Vorgefundenem und neu Entwickeltem wird dabei vor einem breiten Horizont erfolgen und alle Ebenen epigraphischer Praxis berücksichtigen. Es wird also nicht nur um die sprachlich-literarische Form der Inschriftentexte gehen, sondern auch oder gerade um die äußere Gestaltung der Inschriften, die verwendeten Trägermaterialien, die Formate der Inschriften und nicht zuletzt um deren Anbringungs- und Rezeptionssituationen.
Kontakt: PD Dr. Marc von der Höh (vonderhoeh(at)dhi-roma.it).



