Im Zentrum der interdisziplinären Konferenz „Mäzenatentum und Sammelwesen in der Renaissance“ stehen folgende Fragen: Wie änderten sich die Vorlieben von Mäzenen und Sammlern, ihre Motive, Methoden und Ziele sowie ihre soziale Orientierung im Vergleich zu vorangegangenen Jahrhunderten? Wie und durch welche sozialen Gruppen weitete sich der Kreis der Mäzene aus? Wie gestalteten sich Mäzenatentum und Sammelwesen in der Praxis, und welche Bedeutung kommt ihnen für das Verständnis der Epoche insgesamt zu? Die Konferenz zielt darauf, die Besonderheiten von Mäzenatentum und Sammelwesen in der Renaissance zu beleuchten und davon ausgehend die zum Teil umstrittene Typologisierungen der Renaissance kritisch zu hinterfragen und zu korrigieren.
Themenfelder: 1. das Sammeln antiken Kulturerbes (Epigraphik, Manuskripte, Bildkunst, Architekturdenkmäler, numismatische Objekte u.a.)
2. das Sammeln von Kulturgegengestände des Mittelalters und der Renaissance (bildende Kunst, Manuskripte und Bücher, Karten, astronomische Instrumente, Musikinstrumente, Waffen, numismatische Objekte, Naturdenkmäler u.a.) 3. der Aufbau von Bibliotheken und das Sammeln von Manuskripten und Inkunabeln 4. die wissenschaftliche und kulturell-aufklärerische Funktion von Bibliotheken, Archiven, Inventarien, Katalogen, Manualen, Herbarien, Bestiarien, Kunstsammlungen, Raritätenkammern usw.5. Motive, Ziele, Methoden und Werte von Sammelwesen und Mäzenatentum 6. Handlungspraktiken von und Wechselbeziehungen zwischen Mäzenen und Kulturschaffenden 7. Besonderheiten des privaten, staatlichen, fürstlichen, kirchlichen und städtischen Mäzenatentums 8. die Bedeutung von Authentizität und Fälschung für das Sammelwesen und Mäzenatentum
Konferenzsprache: Russisch (Die Vortragstexte internationaler Gäste werden im Voraus übersetzt und den Teilnehmern der Konferenz zur Verfügung gestellt)
Organisatoren: Kommission für die Kultur der Renaissance an der Russischen Akademie der Wissenschaften; Lehrstuhl für Geschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit an der Moskauer Lomonossow-Universität; DHI Moskau
Nähere Informationen: Andrej Doronin
Veranstaltungsort: Historische Fakultät der Moskauer Lomonossow-Universität



