Herrschaft im frühen Mittelalter war keine Frage von Befehl und Gehorsam, sondern geprägt vom Zusammenspiel aus Ansprüchen, Interessen und Rücksichtnahmen verschiedener Gruppen. Gelingen konnte sie nur durch die Einbindung der Eliten, Herrschaft musste also einen „konsensualen“ Charakter besitzen. Das Forschungsatelier widmet sich dieser Problematik auf den Ebenen des Königtums, der Herzogtümer sowie des Adels. Zentral sind dabei die Fragen nach der Konstruktion königlicher Herrschaft, der Entstehung der Herzogtümer, des Zugriffs der Großen auf Ressourcen, des Verhältnisses des Adels untereinander sowie dessen soziale Entwicklung. Die Ausdehnung des Untersuchungsfeldes auf die Regionen beiderseits des Rheines sowie auf die verschiedenen sozialen Ebenen erlaubt dabei den Vergleich über die territorialen, kulturellen und sozialen Grenzen hinweg und damit die Herausarbeitung von Mustern in den Strategien zum Erwerb und Erhalt von Macht und Herrschaft.
Das Forschungsatelier ermöglicht es zudem jungen Forscher/innen aus wichtigen Zentren der europäischen Mittelalterforschung sich kennenzulernen, zu vernetzen, über Inhalte und Methoden auszutauschen sowie Aspekte ihrer Arbeit vor fachkundigem Publikum zu präsentieren. Angesehene Wissenschaftler wurden eingeladen, das Atelier zu leiten und zu begleiten.
Organisation: Horst Lößlein (Limoges/München) in Kooperation mit Prof. Dr. Philippe Depreux (Hamburg) und Prof. Dr. Irmgard Fees (München), unterstützt durch die Deutsch-Französische Hochschule (DFH/UFA) und das Bayerisch-Französische Hochschulzentrum (BFHZ)



